In einer Winternacht gelangt der Landvermesser K. in ein Dorf, das von
einem mysteriösen Schloss und dessen >>Beamten<< beherrscht wird. Erfolglos
versucht K. während der kommenden sieben Tage ins Schloss vorzudringen.
Hilfe erhofft er sich von den Dorfbewohnern, obskure und tragische Gestalten,
die K. in undurchschaubare Ereignisse verstricken, deren widersprüchliche
Hinweise er aber nicht zu entschlüsseln vermag. K. konzentriert seine eigennützigen,
irrationalen Anstrengungen alsbald auf den Schlossbeamten Klamm: Er verführt
dessen Geliebte, dringt nachts in Klamms Kutsche ein und berauscht sich
am Cognac des Beamten. Als diese Provokation der autoritären Instanz scheitert,
schließt sich K. einem Schlossboten an, dessen Familie im Dorf geächtet
wird, seitdem sich die Schwester einem Beamten verweigert hat. Die Ereignisse
überstürzen sich, als K. zu einem >>Verhör<< bestellt wird: Klamms Geliebte,
die vom Besuch bei der verfemten Familie erfahren hat, trennt sich von
K.; während ein Sekretär dem entkräfteten K. versichert, dass das Amt seine
Bitten nun erfüllen würde, fordert ihn ein anderer Sekretär auf, Klamms
Geliebte freizugeben. Bevor der zu Tode erschöpfte K. in tiefen Schlaf
sinkt, beobachtet er die hektische Betriebsamkeit der Schlossdiener und
erfährt, dass seine Anwesenheit das Amt erheblich behindern würde. Nachdem
ein Zimmermädchen K. am folgenden Morgen anbietet, fortan bei ihr zu wohnen,
bricht die surreale Handlung ab. Max Brod (1884-1968), Herausgeber der
Werke von Kafka, berichtet, dass geplant war, den Roman mit K.s Tod enden
zu lassen; im gleichen Moment sollte dem Protagonisten vom Schloss die
endgültige Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis erteilt werden.