Heinrich Heine war ein berühmter Reisender. Im Gegensatz zu den meisten seiner Zeitgenossen unternahm er häufig große Reisen quer durch Europa. In seinen witzigironischen und sehr impressionistischen "Reisebildern" schildert Heine seine Eindrücke und Erfahrungen. Im Gegensatz zu Goethe interessiert er sich dabei weniger für die Kunst und Kultur der Vergangenheit, sondern für das Leben
der Menschen an seinen Reiseorten. Nicht zuletzt mit seiner berühmten, in den "Reisebildern" enthaltenen "Harzreise" ist Heine somit zum Vater der deutschen Reiseliteratur geworden.
"Wenn es um Heine ging, wurde in Deutschland seit eh und je scharf geschossen. Ein geborener Provokateur war er und ein ewiger Ruhestörer. Er ging ins Exil, um nie in Deckung gehen zu müssen. Seine Biographie reicht vom jüdischen Mittelalter bis zur europäischen Neuzeit, sein Werk führt von der deutschen Romantik zur Moderne der Deutschen. Stets setzte er sich zwischen alle Stühle. Und fast will es scheinen, als sei da immer noch sein Platz. Aber es spricht nicht gegen Heine, dass sein Werk uns immer wieder beunruhigt. Dass es noch ist, was es war: eine Provokation und eine Zumutung."
Marcel Reich-Ranicki