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Friedrich Nietzsche, Ludwig Wittgenstein und Susan Sontag beschäftigten sich intensiv mit Fragen der Selbstsorge und Lebenskunst – teils im direkten Bezug aufeinander. So sah Wittgenstein in Nietzsche ein Vorbild in Fragen der Stilistik und Introspektion; Sontag wollte Wittgenstein in der Konsequenz seiner Lebensentscheidungen folgen und Nietzsche in seinem Selbstbewusstsein sowie in seiner radikalen Selbstkritik. Diese Arbeit untersucht drei Experimentierfelder, auf denen Nietzsche, Wittgenstein und Sontag sich erprobt haben und macht diese für heute fruchtbar: Ortswechsel dienen der Veränderung des äußeren Umfelds, der Suche nach neuen Anregungen oder dem Rückzug in eine ihnen gemäße Umgebung. Die Beschäftigung mit Gesundheit und Krankheit betrifft ihre psychische wie physische Verfasstheit und schließt mentale Übungen ein. In der künstlerischen Praxis suchen alle drei neue Erfahrungen, ein anderes Selbsterleben sowie Ausdrucksmöglichkeiten jenseits der Sprache.
I. Einführung.- 1. Leben als Experiment – Fragestellung, Methoden und Quellen.- 2. Konzeptionen der ‚Lebenskunst‘ und ‚Selbstsorge‘.- 3. Experimentieren als Haltung.- II. Drei Denker:innen im Dialog: Relektüre als ästhetische Praxis.- 4. Wittgenstein liest Nietzsche: Arbeit an sich selbst.- 5. Sontag liest Nietzsche: Selbst-Bewusstsein und Widerspruch.- 6. Sontag liest Wittgenstein: Philosophie als praktizierte Kunstform.- III. Erstes Experiment: Ortswechsel.- 7. Nietzsche oder: Die Beine bewegen die Gedanken.- 8. Wittgenstein oder: Das selbstgewählte Exil.- 9. Susan Sontag oder: Das Fremde in mir.- IV. Zweites Experiment: Gesundheit und Krankheit.- 10. Nietzsche oder: Die unzähligen Gesundheiten.- 11. Wittgenstein oder: Denken ist Verdauen.- 12. Sontag oder: Empathisches Zeigen.- V. Drittes Experiment: Künstlerische Praxis.- 13. Friedrich Nietzsche komponiert ein Stück.- 14. Ludwig Wittgenstein baut ein Haus.- 15. Susan Sontag dreht einen Film.- VI. Schluss.- 16. Exkurs: Letzte Worte.- 17. Resümee und Ausblick: „Wie man wird, was man ist“.
Kristina Jaspers ist Kuratorin an der Deutschen Kinemathek, sowie Herausgeberin und Autorin. Sie nimmt Lehraufträge an verschiedenen Universitäten in den Fachbereichen Kunst- und Filmwissenschaften wahr.


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