Aus dem alltäglichen Strom der Worte schöpft die Hamburger Künstlerin Barbara Schmidt Heins Fundstücke, die in ihren Arbeiten auf Papier vielschichtige Bedeutungen annehmen. In ihren Kompositionen entfalten die massenmedialen verbalen Fragmente Autonomie und poetische Tiefe. Die in formal reduzierte architektonisch-konstruktive Bildräume eingebauten sprachlichen Readymades wirken als Katalysatoren neuer Lesarten in den Köpfen der Rezipienten weiter. Die derart freigesetzten Geschichten eröffnen, im Sinne des Dichters Jean Paul, "Denkweite": ein mentales Spiel ohne Grenzen, an dem das Publikum ebenso beteiligt ist wie die Künstlerin.